Ursache und Behandlung von Zwangsneurosen

Abgelegt unter Gesundheit & Ernährung by John Cox am 27. Mai 2013

Psychotherapie HegeIst die Tür richtig verschlossen? Ist der Herd aus? Sind die Hände gewaschen? Wenn solche Fragen zur Qual werden, liegt dem häufig ein Krankheitsbild zu Grunde. Unter dem Begriff von Zwangsneurosen wird eine Reihe unterschiedlicher Handlungen verstanden, die von einem Patienten zu einer Zwangsausführung werden. Eine Unterdrückung der Tätigkeiten scheint hierbei für Betroffene unmöglich und wirkt sich belastend auf den gesamten Alltag aus. Eine Zwangsstörung zu erkennen, erweist sich hierbei als besonders schwierig, denn die Übergänge zwischen normalen Handlungen und zwanghaften Handeln sind fließend. Einen Herd zu kontrollieren, ob er wirklich abgestellt ist, oder die zwanghaften Wiederholungen von Kontrollhandlungen gehen ein völlig natürliches und menschliches Verhalten der Sicherheitseinschätzung voraus.

Häufigkeit und Ursache

Bislang gibt es noch keine eindeutigen Aussagen über die Entstehung von Zwangsneurosen. Dennoch werden traumatische Erlebnisse oder Lebensverläufe als eine von vielen Gründen für solche Neurosen vermutet. Inzwischen leiden rund zwei Prozent der deutschen Bevölkerung unter Zwangsneurosen, Schätzungen zufolge liegt die tatsächliche Erkrankungsanzahl jedoch weit höher. Grund hierfür ist, dass viele Patienten erst eine psychologische Praxis oder einen Arzt aufsuchen, wenn die Handlungen den Alltag so stark einschränken, dass individuelle Grundbedürfnisse nicht mehr ohne Einschränkung ausgeführt werden können.

Behandlung von Zwangsstörungen

Inzwischen können Zwangsstörungen mit Erfolg behandelt werden. Hierbei spielen jedoch nicht nur Medikamente eine bedeutende Rolle, sondern auch eine geeigneten Psychotherapie. Hinsichtlich der Vergabe von Medikamente konnte in der Vergangenheit eine positive Resonanz von stimmungserhellenden Arzneimitteln verzeichnet werden. So werden beispielsweise für die Behandlung von Zwangsstörungen vor allem Antidepressiva genutzt, die auf Serotonin beruhen. Damit die Zwänge bei Absetzen der Medikamente nicht wieder auftreten, ist eine zusätzliche Psychotherapie unverzichtbarer Bestandteil der Genesung von Zwangsstörungen.

Zwangsfrei durch psychologische Praxis

Im Mittelpunkt einer erfolgreichen Therapie stehen spezielle Methoden und Übungen aus der Verhaltenstherapie. So wird der Patient während der Behandlung beispielsweise daran gehindert, seinen gewohnten Ritualen nachzugehen und dazu angehalten, eine gegenseitige Tätigkeit durchzuführen. Begleitet und betreut durch Psychologen und Psychiatern, sollen die Patienten neue Verhaltensweisen entwickeln, die der gewohnten Zwangshandlung entgegenwirken. So besteht eine der Übungen bei einem Waschzwang beispielsweise darin, die eigenen Hände zu beschmutzen und sie im Anschluss nicht sofort zu waschen, sondern dem Zwang von sich aus zu widerstehen. Unterstützend sind hierbei reflektierende Gespräche über die aktuelle Situation, um somit Emotionen in einen neuen Rahmen zu setzen. Darüber hinaus werden in Einzelgesprächen auch Hintergründe für die jeweiligen Zwangsneurosen besprochen und mit Hilfe von tiefenpsychologischen Übungen traumatische Erlebnisse neu inszeniert und aufgearbeitet. Der Besuch einer psychologischen Praxis ist für die Behandlung von Zwangsneurosen somit nicht nur hilfreich, sondern für eine erfolgreiche Genesung sogar unabdingbar.

 

3 Kommentare zu 'Ursache und Behandlung von Zwangsneurosen'

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  1. am 06. Juni 2013 um 11:46 am Uhr

    Hallo an alle,

    es ist ein langjähriges Procedere, Zwangstörungen zu überwinden. Eine gute Freundin von mir hat dieses Problem und steht täglich eine Stunde vor der Haustür und kontrolliert, ob sie auch abgeschlossen ist.

    Sie macht zur Zeit eine Therapie und ist auf dem Wege der Besserung.

    Ich finde es schön, dass so ein hochwertiger Artikel auf diesem Blog erschienen ist. Menschen die darunter leiden, sollten nicht so lange warten und einen Therapeuten aufsuchen.

    Beste Grüße

  2. M.Hurzler sagte,

    am 08. Juni 2013 um 1:52 pm Uhr

    Zwangsneurosen ist ein großes Wort, aber vielleicht haben manche Menschen auch gewisse Rituale, die sie jeden Tag durchführen. Ich finde, manchmal ist das bestimmt auch nur ein kleiner „Tick“.

  3. Daniel sagte,

    am 12. Juni 2013 um 1:54 pm Uhr

    Ich finde, wenn man wirklich unter Zwangsneurosen leidet, sollte man auch einen Therapeuten aufsuchen. Meine Schwester leidet darunter und sie steht teilweise 1 Stunde vor der Haustür und kontrolliert, ob sie auch abgeschlossen hat.




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