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E 124 oder selber schnippeln – Wie geschmackvoll darf’s sein?

Abgelegt unter Gesundheit & Ernährung by Cornelia Nitzsche am 26. Februar 2013

Verbraucherzentrale HamburgNachmittag, 16 Uhr, Feierabend. Jetzt einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen und die Frische eines leckeren Erdbeer-Joghurts genießen! Immerhin: Der Geschmack der süßen roten Früchte holt für ein paar Augenblicke den Sommer ins matschige Frühlings-Deutschland und bringt Gute Laune. Beim Blick auf den Joghurtbecher wird allerdings schnell klar: Hier ist so ziemlich alles drin – aber keine Erdbeeren. Deren Aroma ist mittels Aromastoffen lediglich künstlich erzeugt worden.

Wo Natur draufsteht, muss keinesfalls auch Natur drin sein

Natur oder Chemnie – das herauszufinden ist gar nicht so einfach. Begriffe wie „Natürliche Aromastoffe“ oder „Naturidentische Aromastoffe“ verwirren ordentlich und gaukeln Verbrauchern die Sicherheit vor: Das muss etwas Gesundes sein! Weit gefehlt – der wohlklingende Begriff „natürlich“ verspricht lediglich, dass das Aroma aus einem natürlichen Rohstoff gewonnen wurde. Und so ist es völlig in Ordnung, dass das Erdbeeraroma im wohlverdienten Feierabend-Joghurt eine Mischung aus Enzymen, Bakterien und Schimmelpilzen ist. „Naturidentische“ Aromen sind lediglich dank chemischer Formeln und Mischungen ihren an Bäumen und Sträuchern gewachsenen Brüdern und Schwestern gleich.

Augen auf beim Einkauf

Wer keine Lust auf Geschmack auf dem Reagenzglas hat, sollte den Einkauf künftig etwas genauer vorbereiten – am besten mit der Einkaufsliste der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Verbraucherschützer haben eine Vielzahl von Lebensmitteln gefunden, in denen tatsächlich noch drin ist, was draufsteht: von der Linsensuppe bis zur Limonade. Spontankäufer sollten ein paar Minuten mehr vor dem Kühlregal einplanen und Verpackungen von Lebensmitteln genau studieren. Die schmackhaftere Alternative: Selber machen. Das geht schnell, schmeckt gnadenlos gut und ist in vielen Fällen auch noch preiswert.

Geschmack selbst gemacht – Tipps und Rezepte

Immer wieder überraschend einfach und ein super Einstiegs-Essen für künftige Köche ist selbst gekochter Kartoffelbrei. Und das Beste: Wird nicht alles aufgegessen, entsteht daraus im Nu eine umwerfend aromatische Kartoffelsuppe! Auch Kräuter leisten in punkto Aroma Erstaunliches: Thymian zum Beispiel verleiht Speisen eine mediterrane Note, während Minze sofort orientalisch schmeckt. Einige robuste Kräuter sollten von Beginn an mitkochen, darunter Bohnenkraut, Salbei, Rosmarin oder Thymian. Die feineren wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill oder Koriander entfalten ihren Geschmack am besten erst kurz vor Ende der Garzeit.

Und nicht nur klassische Küchen-Köche werden am Herd zu wahren Aroma-Zauberern; auch Grill-Fans können Gäste sprachlos machen: Holz-Chips von ganz bestimmten Bäumen wie Erle, Zeder oder Pecannussholz verleihen Grillfleisch ein ganz besonderes Aroma – und lassen Fertigmarinaden und Co. ganz schön alt aussehen. Einfach zur Kohle dazugeben und wie gewohnt grillen. Und für alle, die sich am Nachmittag gern einen Erdbeerjoghurt schmecken lassen, gilt folgender Tipp: Naturjoghurt, frische Früchte aus der Obstabteilung (oder die Frostvariante aus der Truhe) auf Wunsch mit etwas Vanillezucker süßen, pürieren und ab aufs Sofa. Guten Appetit!

 



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